Für diesen Teil der Pop-Curiosa habe ich mir eine spezielle Musiksparte ausgesucht, nämlich die Hörspielmusik. Der alte Soundtrack der Drei Fragezeichen hat es mir dabei besonders angetan. Leider lässt er keine heimeligen Kindheitserinnerungen in mir aufsteigen, wie bei so vielen anderen, war ich doch  in meiner Kindheit eher TKKG, Bibi Blocksberg, Jan Tenner und Benjamin Blümchen zugetan. Aber nichts desto trotz: Reinhören lohnt sich!

I wish I was a teen in the 80′s. Everything seems like it was so much better. Not so sophisticated and technology-crazed. Im currently 16 and I prefer this type of music than modern music. I hate how now-a days if you have songs like this on your ipod or whatever. THIS is music. Not that wannabe gangsta shit they do now. I wanna rock my cassette player in-style.   [commentary on youtube]

Leider erschwert die Rechteproblematik auf youtube inzwischen den Konsum vieler Lieder. Deshalb habe ich es vorgezogen, meine Lieblingsballaden lediglich namentlich aufzulisten und zu vermerken, sofern ein Musikvideo oder eine Montage dort in ausreichender Qualität vorhanden ist. Ich nehme an, dass sich die meisten Balladen-der-Achtziger-Fans hier weniger um die Hintergründe zu einzelnen Interpreten oder Songs scheren, sondern vielmehr darauf aus sind, die gute Musik einer längst vergangenen musikalischen Epoche zu hören. Falls dem nicht so sei, bitte per Kommentar monieren ;-)

Vielen Lesern, die sich für Balladen der 80er interessieren, sei die folgende Liste der bekannten Kuschelrock-Sampler ans Herz gelegt, von denen besonders die ersten Volumes und die Folge KuschelRock – Lovesongs of the 80s  interessant sein dürften: http://www.musiksampler.de/kuschelrock_index.html

Hier folgt die Liste meiner Favoriten: 

- Marshall Crenshaw, Whenever You’re On My Mind   [Video]

- Spandau Ballet, True   [Video]

- Gazebo, I Like Chopin   [Video]

- Jeremy Days, Brand New Toy   [Video]

- Boy Meets Girl, Waiting For A Star To Fall

- Richard Marx, Right Here Waiting   [Video]

- Cyndi Lauper, Time After Time

- Cock Robin, When Your Heart Is Weak

- REO Speedwagon, Can’t Fight this Feeling

- Bangles, Eternal Flame

- Don Johnson, Tell It Like It Is

- Alphaville, Forever Young   [Video]

- Suzanne Vega,  Luka   [Video]

- Foreigner, I want to Know What Love Is   [Video]

- Hall & Oates, Out of Touch  [Video]

Ein Triumph für die Demokratie dieser Tage! Das machtpolitische Gefüge des alten Parteiensystems ist sichtbar aufgebrochen. Unsere Kanzlerin zeigt uns eine alternative Form der Politikausübung, eine analytische Machtstrategie, die wenig ideologischen Zielen folgt, weshalb sie sich dem Vorwurf ausgesetzt sieht, sie laviere nur statt zu regieren. All jene sehen sich betrogen, die eine starke Führung brauchen, eine Führung, die Prinzipien folgt und diese auch ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzt. Damals in den 80ern hat der eiserne Vorhang so manche Debatte verhindert oder kaschiert. Getragen vom kommerziellen Aufwind blieb dieser politische Führungsstil auch nach dem Fall der Mauer noch attraktiv. Doch eine Politik, die frei nach Herrn Kohl an harten Fakten vorbeiführt und nach einem bewegungslos geregelten Schema weitermacht, ist nicht mehr realisierbar. Die Bürger sind kritischer geworden; die Stammwählerschaften brechen ein. Und welche Erkenntnis ziehen wir daraus? Politik ist relativ. Ein Zirkelschluss. Ein herrlich anzusehender Tanz um Macht und Geld. Auch die politische Couleur ist letztendlich relativ. Denn vermischt man die Farben aller Parteien, so erhält man einen grauen Einheitsbrei. Geträumt werden darf von einem leckeren Regierungs-Kuchen: Die Form besteht aus einem wertekonservativen Rahmen aus schwarzem Gusseisen. Die Zutaten für den Teig sind denkbar einfach: Grüne Visionen einer regenerativ bewirtschafteten Welt, abgeschmeckt mit der roten sozialphilosophischen Belesenheit eines Herrn Schmidt. Garniert wird der Kuchen großzügig mit gelbem, freiheitlich-liberalem Zuckerguss, dessen Geschmack jedoch nicht mit neoliberalen Zierperlen verdorben werden sollte.

In general, the record is about not being afraid, and getting out there, and being the best you can be, and enjoying the moment, and seizing the day—Carpe Diem!   (Isaac Hanson on Shout It Out)

Ein wunderbar leichtes und jazzig arrangiertes Album mit vielen Instrumentaleinlagen hat uns die Gruppe „Hanson“ jetzt vorgelegt. Drei Jahre sind seit dem Erscheinen ihres letzten Albums The Walk vergangen und die Brüder haben für ihr neues Album Shout It Out eine Reise gewagt. Die Reise führte zurück zu ihren Wurzeln, zum Motown Sound, zum Rhythm ’N’ Blues und Soul. Diese Musik habe sie nach eigener Aussage seit den Tagen ihrer Kindheit geprägt und ihre Bewunderung und Liebe für die Musikmacherei geschürt. So nimmt es nicht Wunder, dass nahezu jedes Lied auf dem Tonträger eine Hommage an die 60er und 70er Jahre darstellt: Bläserarrangements, außergewöhnliche Schlaginstrumente (Kuhglocke, Tamburin), Soulsänger im Hintergrund und immer wieder klangvolle Blues-Riffs und Funk-Groove-Improvisationen auf dem Klavier und auf der Hammondorgel. Für die wirkungsvolle Unterstützung des Sounds wurden zusätzlich zwei „alte Hasen“ im Showgeschäft engagiert: Michael Jacksons horn arranger Jerry Hey und Bob Babbitt, Bassist der Funk Brothers.

Beim Dreh des Musikvideos zur Singleauskopplung  Thinking’ Bout Somethin’ haben die drei Brüder den Filmklassiker Blues Brothers in gebührender Weise gewürdigt. Gedreht wurde in ihrer Heimatstadt Tulsa, Oklahoma. Eine Szene im Film, in der Ray Charles zu Shake a Tail Feather in die Tasten greift, wurde für das Video möglichst farbig und detailgetreu nachgestellt.

Dieses Album zeigt einmal mehr, wie wandlungsfähig die Musik von „Hanson“ ist. Meine persönlichen Lieblingslieder auf der CD: Voice In The Chorus und Make It Out Alive.  Ein erfrischender Musikgenuss mit Lust auf mehr …

Vor längerer Zeit habe ich durch Zufall bemerkt, dass sich die Anfangssequenzen von Queens „Under Pressure“ und Vanilla Ice’s „Ice Ice Baby“ irgendwie auffallend ähneln. Für alle, die ein wenig „into popmusic“ sind,  ist wohl klar, wer hier von wem abgekupfert hat :-)

Wers nicht glaubt, kann hier nachhören (bitte auf youtube ansehen):

Das Original:

Die Kopie:

Wer kennt sie nicht, die Neue Deutsche Welle? Melodisches Elektrogeschrammel und teilweise aberwitzige Texte, die sich flippig auf technokratisch-konsumfreudige Art gegen das Establishment richten. Nicht jedem dürfte jedoch bekannt sein, dass diese Art von Musik eine Wurzel in Amerika hatte, die sogenannte New Wave-Musik.

„Devo“ ist eine Formation, die sehr eng mit dieser musikalischen Bewegung in Verbindung stand, und die seit 1972 musikalisch aktiv war. Ihr Name leitet sich aus aus dem Wort De-evolution ab, denn die Mitglieder wollten zum Ausdruck bringen, dass sich die Menschheit in Zukunft immer weiter zurückentwickeln wird. Der Grund für diese Entwicklung seien aber nicht allein die von Menschen hergestellten Waffen, sondern primär das menschliche Denken und Handeln selbst. Im Video zu Beautiful World wird besonders der bittersüße Beigeschmack dieser pervertierten, also ins Gegenteil verkehrten Weltsicht deutlich, weswegen die Gruppe mit diesem Lied auch in der Zeichentrickserie Futurama erschien.

Die Gruppe produzierte einige kreative Musikvideos, die zu Beginn der 80er Jahre die frühen Tage des Musiksenders MTV entscheidend mitprägten. Besonders bekannt wurde „Devo“ durch den Song Whip it, dessen Text von den Parodien aus Thomas Pynchons Buch Gravity’s Rainbow inspiriert wurde. Er handelt davon, wie man sich selbst aus einer misslichen Lage herauszieht: „When a problem comes along – You must whip it … when something’s goin’ wrong – you must whip it!“ Das Video zeigte eine Frau vor einer Cowboy-Kulisse, der die Kleidung vom Körper gepeitscht wird – laut der Band ein bewusster Schockeffekt, der den Mythos nährte, in dem Lied ginge es um sadomasochistische Praktiken.

Das Musikvideo zu untenstehendem Lied ist weniger bekannt. Bei MTV geriet es in Verruf und stand davor, vom Sender zensiert zu werden, da es eine vermeintlich unanständige Sequenz enthielt. Der Wikipedia-Artikel zum Album „Oh, No! It’s Devo“ zitiert hierzu: „The juxtaposition of the image of a cartoon of a french fry penetrating the hole of a donut then quickly cut to a writhing, smiling nude woman, shot from the neck up, was considered too risque for airplay.“

Die 90er! Was für ein Jahrzehnt !

Während die Filmindustrie einige wirklich gute Kinofilme produziert hat (Jurassic Park, Schindlers Liste, Forrest Gump, Apollo 13 um nur ein paar zu nennen),  herrschte in der Musikindustrie meines Erachtens Flaute. Denk’ ich an Musik aus den 90ern in der Nacht, so bin ich sprichwörtlich um den Schlaf gebracht und daran ist nicht nur „Scooters“ heiser dahingehauchtes Hyper Hyper zu muckigen Hardcore Technobeats schuld. Circa ab der Mitte des Jahrzehnts begann die Popmusik für mich ein monotoner, dancefloorbehafteter und nichtssagender Einheitsbrei aus Musik- und Textversatzstücken und einfallslosem Dance-Techno-Rave-Gedudel zu werden.

Beispiele: „Technohead“ – I Wanna Be a Hippie –> Never ever! „Rednex“ – Cotton Eye Joe –> super nervige durchgeknallte Möchtegern-Cowboy-Combo! „Captain Jack“ –> aaaarrrrgh! „Aqua“ – Barbie Girl –> jahrzehntelang hart umkämpftes Matriarchat mit einem Lied zunichte gemacht!

Im folgenden wenigstens ein paar musikalische Lichtblicke, die es dennoch in meine Top Ten geschafft haben ;-)

Beim ersten Beispiel handelt es sich eigentlich um die Vertonung einer Zeitungskolumne, die eine fiktive Abschlussrede für Schulabsolventen wiedergibt. Mein ultimativer Ratgeber, um leichter durchs Leben zu kommen:

„Fool’s Garden“ aus Pforzheim. Kennt die heute noch jemand? Wie ich gelesen habe, ist ihnen der Apostroph abhanden gekommen. Deshalb nennen sie sich jetzt „Fools Garden“ und haben 2005 sogar noch ein Album produziert . Sie tauchten 1995 mit diesem netten Liedchen urplötzlich auf und verschwanden danach ebensoschnell wieder von der Bildfläche. Ein echtes One-Hit-Wonder eben…

Big Band-Intermezzo aus dem Jahr 1994 von Paul Heaton mit „The Beautiful South“ (Auftritt von 2005):

Nahezu unbekanntes dänisches Trio, das durch diesen Hit etwas bekannter geworden sein dürfte:

Und last but not least: „Paddy Goes to Holyhead“. Ein Lied des Albums Ready for Paddy? aus dem Jahr 1994. Was hab ich die Scheibe rauf und runter gehört :-)

Heute habe ich beschlossen, eine neue Kategorie „Curiosa des Pop“ einzurichten. Darunter fallen alle Arten von kuriosen Liedern oder Performances, die mir im WWW begegnen.

Beginnen wird die Reihe mit einem künstlich generierten acapella- Auftritt des Yale-Studenten Sam Tsui. Einfach zuhören und genießen!

Gerade ist das Musikvideo der ersten Single des neuen Albums von Hanson Shout it Out herausgekommen, welches im Juni diesen Jahres erscheinen wird. Wie es aussieht, ist es der berühmten Sequenz Shake A Tail Feather aus dem Blues Brothers Film nachempfunden. Good job!

http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=104317949

Hier das Original:


MmmBob da ba do bop, du bi da ba do Bob da ba do …“ So schallte es Mitte des Jahres 1997 aus den Kinder- und Jugendzimmern in USA und Europa. Das Gepräge des Liedes, von Knabenstimmen im teilweise vorpubertären Alter begleitet, hatte so gar nichts mit den Songs gemein, die zu dieser Zeit gerade in den Charts versammelt waren. Vielmehr erinnerte es in seiner erfrischenden Art an Lieder von Chuck Berry, Bobby Darin oder den Beach Boys.

Die Geschichte von „Hanson“ ist eine Erfolgsgeschichte. Aufgewachsen mit vier jüngeren Geschwistern in einem musikalischen Haushalt in Tulsa, Oklahoma, begannen die drei Brüder Isaac, Taylor und Zachary (Zac), die zunächst alle das klassische Klavierspiel erlernt hatten, im Kindesalter in einer Formation Musik zu machen. Isaac übernahm die Gitarre, sein jüngerer Bruder Taylor behielt das Keyboard bei und der Jüngste Zac setzte sich ans Schlagzeug , über das er anfangs kaum herausragte. Im Alter von vierzehn, elf und neun Jahren produzierten sie erstmals im Selbstvertrieb ein Album, auf dem sie ihre selbst komponierten Lieder zusammenstellten.

Bei einem Auftritt auf einem Festival in Texas wurden sie 1996 entdeckt und sogleich bei Mercury Records unter Vertrag genommen. Das Album Middle of Nowhere sollte die Brüder mit 10 Millionen verkauften Exemplaren weltweit bekannt machen. Auf ihm war auch der bereits ein Jahr zuvor produzierte Titel MMMBob enthalten.

Zu Beginn des Neuen Jahrtausends kam es v.a. wegen des nachlassenden kommerziellen Erfolgs zu Zerwürfnissen mit der Plattenfirma, welche aufgrund von strukturellen Neuordnungen nun den Namen Island Def Jam Records führte. Dies war die Zeit, als es international zunehmend ruhiger um die Band wurde. Der Wunsch weiterhin Musik zu machen war stärker. Nach einigem Hin und Her gründete „Hanson“ im Jahr 2003 schließlich ein eigenes Label (3CG Records) und tauchte in die Independent-Szene ab.

Nur noch eingefleischte Fans, vor allem in den USA, in Großbritannien, Japan, Südamerika und Skandinavien, verfolgen nun die weitere Laufbahn von „Hanson“. Es lohnt sich, einmal in das 2007 erschienene Album The Walk hineinzuhören, dessen Vertrieb die Brüder mit einer Charity-Aktion für Afrika verbunden haben. Alle drei Musiker spielen nun vor allem auf kleineren Bühnen. Obwohl ihre Musik sich grundsätzlich nicht von dem derzeitigen Mainstream unterscheidet, ist sie dennoch deutlich melodischer und enthält Akzente der „Rock music from The South“, die vor allem für Interpreten wie Tom Petty kennzeichnend sind.

„I find hope that, in a pop music universe filled with Paris Hiltons and “This Is Why I’m Hot”s, The Walk catches ears because it proves that pop music can be substantial, thought-provoking, and fun at the same time. [...] Once again, forget “Mmmbop”…this is a completely new band.“

(Auszug aus der Rezension des Albums The Walk bei absolutepunk.net)

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